Ein Traum wird wahr: Als Schüler in die USA

Noel Lepping geht mit einer Sehbeeinträchtigung durchs Leben. Das sollte gleichwohl kein Grund dafür sein, dass er auf Erlebnisse verzichten muss, die für Mitschülerinnen und Mitschüler ohne Beeinträchtigung angeboten werden - zumal er "gut zurechtkommt", wie er selbst sagt. Darum hatte Noel sich gleich für den Schüleraustausch mit den USA interessiert. Die Hildegard-und-Paul-Damhorst-Stiftung half dabei, dass dieser Traum wahr werden konnte. Hier schreibt Noel selbst über seine Zeit:

 

Bereits seit meiner Kindheit habe ich davon geträumt, einmal in meinem Leben in die USA zu reisen. Nun ist dieser Traum Dank der Unterstützung der Hildegard-und-Paul-Damhorst-Stiftung Wirklichkeit geworden!

 

Seit meiner Geburt bin ich aufgrund eines Hirntumors sehbeeinträchtigt. Trotzdem komme ich gut zurecht. So war es für meine Eltern klar, dass ich die Grundschule und anschließend die Realschule in meinem Wohnort Gronau besuche.

 

Stiftung übernahm KOsten

Die Fridtjof-Nansen-Realschule in Gronau führt seit ein paar Jahren einen Schüleraustausch mit der TCGIS-Schule in Minnesota durch. Nach der erfolgreichen Bewerbung um einen Platz für den Austausch und der Zusicherung der Kostenübernahme durch die Damhorst-Stiftung ging es für mich am 27. September 2025 los!

 

Mein erster Flug in meinem Leben, und dann gleich über mehrere Stunden! Mit einem etwas mulmigen Gefühl betrat ich das Flugzeug, aber es war super zu fliegen. Während des Fluges habe ich sogar Grönland entdeckt und ein Nordlicht gesehen.

Nach neun Stunden kam ich müde und glücklich in den USA an.

Meine Austauschfamilie ist sehr nett und hat sich sehr herzlich um mich gekümmert. So konnte ich nicht nur das amerikanische Familienleben erleben und mit meinem Austauschpartner Sebastian zusammen in die Schule gehen, sondern auch viele Ausflüge in Minnesota und St. Paul machen. Gleich am ersten Tag hat die Familie mit mir die Stadt erkundet und ich konnte mir ein riesiges Einkaufszentrum ansehen. In der Mitte war tatsächlich ein richtiger Freizeitpark mit einem riesigen Karussell.

Am Montag ging es dann in die Schule. Das Schulsystem ist ganz anders als in Deutschland. Der Schultag dauert viel länger. Nach dem Unterricht, der bis 15.15 Uhr geht, haben alle Schülerinnen und Schüler noch Arbeitsgemeinschaften. Sebastian hat beispielsweise Orchester und Musikunterricht bis 18 Uhr - ein wirklich langer Tag!

 

Am nächsten Tag konnten wir die Highschool in Minnesota besichtigen und eine Führung über den Campus machen. Die Universität ist so groß, dass es sogar eine eigene Buslinie gibt.

 

Am Wochenende hatten die Eltern aller Austauschschüler einen Ausflug in einen Freizeitpark organisiert. Obwohl es gerade erst Anfang Oktober war, war bereits alles für Halloween geschmückt.

In der zweiten Woche haben wir mit unseren Austauschschülern zusammen das Capitol in Minnesota besichtigt und den Zoo besucht. 

In meiner Familie gab es sogar noch ein großes Fest: Sebastian hatte Geburtstag und es wurde mit der ganzen Familie gefeiert.

Auch wenn ich später aufgrund meiner Sehbeeinträchtigung keinen Führerschein machen kann, interessiere ich mich sehr für Autos – am liebsten große und schnelle. Der Vater von Sebastian ist deshalb extra mit mir zu einer Auto-Ausstellung gefahren. Sebastians Onkel kam zu Sebastians Geburtstag nur für mich mit seinem SUV. Er hat dann noch eine Ehrenrunde mit mir gedreht.

 

Nach einem tollen Abschlussessen mit meiner Gastfamilie ging es dann nach zwei wunderbaren Wochen zurück nach Gronau. Im Mai 2026 wird Sebastian zu mir kommen – darauf freue ich mich schon! Die Zeit in den USA war für mich ein unvergessliches Erlebnis!