Geburtstag am Grill: Stiftung wird zehn Jahre alt

Zehn Jahre nach Gründung kehrt die Hildegard-und-Paul-Damhorst-Stiftung an den Ort der ersten Förderung zurück: Das Jubiläum hat der Stiftungsvorstand mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Wohnhauses „Edelbach“ der „Lebenshilfe“ in Münster-Coerde gefeiert.
Statt eines Festakts mit Reden und prominenten Gästen hatte der Stiftungsvorstand beschlossen, ein Grillfest für Menschen mit Beeinträchtigung zu finanzieren – in jener Einrichtung, die als erste Fördergelder erhalten hatte. Damals konnten vier Menschen mit hohem Förderbedarf aus dem „Haus Edelbach“ fünf Tage auf einem Ferien-Bauernhof vor den Toren Münsters verbringen, weitere Hausbewohner genossen die Atmosphäre tageweise. Daran erinnerte Markus Brenn, Leiter des „Hauses Edelbach“, in seiner Begrüßung.
„Himmlische Freudentränen“
Das nicht so ganz sommerliche Wetter – ein Teilnehmer deutete den Regen als „himmlische Freudentränen“ – beeinträchtigte den Spaß der Bewohnerinnen und Bewohner nicht. Sie konnten zwischen Grillwürstchen, Steaks, Kartoffel-, Nudel- und weiteren Salaten wählen. Mehrere Dips und Soßen lieferten die richtige Würze – und Pudding gab es zum Nachtisch.
Ein Bewohner stand einige Minuten am Büfett. Konzentriert zuhörend ließ er sich das Angebot von einem Betreuer vorstellen. „Würstchen“, entschied er. „Ketchup dazu?“ Eine nachdenkliche Pause später schüttelte er den Kopf – manchmal genügt das ganz Einfache… Eine Bewohnerin sah das offenbar ziemlich ähnlich. Worauf sie sich am meisten freue? „Auf Cola.“
Dank an Mitarbeitende und Stifter
Volker Supe, der neue Vorstandsvorsitzende der Damhorst-Stiftung, betont, Ziel der Stiftung sei, Teilhabe und unvergessliche Erlebnisse auch in der Freizeit zu ermöglichen, wo Leistungsträger und Institutionen oft nicht tätig werden könnten. „Wir sind heute gern ins Haus Edelbach gekommen“, so Supe im Namen des Vorstands. „Es ist schön zu erleben, wie Gutes passiert mit dem Geld, das wir bewilligen konnten.“
Supe dankt allen Mitarbeitenden und Betreuenden der Einrichtungen, die die Stiftung in den vergangenen Jahren förderte: „Uns ist bewusst, dass unsere Förderung manches Mal auch Mehrarbeit für Sie bedeutet hat.“ Zugleich erinnert der Vorstands-Chef gern an das Stifter-Ehepaar, an Hildegard und den – inzwischen verstorbenen – Paul Damhorst: Mit ihrem Lebenswerk und der Gründung der Stiftung hätten die Eheleute „viel aufgebaut. Wir hoffen, dass wir in ihrem Sinn weiterhin viel Gutes ermöglichen können.“
„Quäntchen ,Mehr’ trägt zu Lebensqualität bei“
Doris Langenkamp, Vorstandsvorsitzende der „Lebenshilfe Münster“, äußerte sich dankbar für das Engagement der Damhorst-Stiftung. Es ermögliche den Menschen mit Beeinträchtigung Erlebnisse, die es ohne die Förderung der Stiftung so kaum gebe: „Sie bringt das Quäntchen ,Mehr’, das zu Lebensqualität beiträgt.“
Dass die Menschen im „Haus Edelbach“ – wie von Langenkamp vorhergesagt – feiern können, war unschwer zu erleben: Eine Bewohnerin begrüßte im Flur der Einrichtung jeden Gast des Grillfestes strahlend mit Handschlag. Eine Bewohnerin im Rollstuhl war – einige Zeit später – zu den Klängen des Musik-Oldies „Pretty Woman“ an den Händen einer Betreuerin still vergnügt in einen Sitztanz versunken.
