Intensive Pfingst-Erfahrung

Jan Magunski, Pfarrer in St. Marien und St. Josef Münster, ist Schulseelsorger an der Papst-Johannes-Schule in Münster, einer Bischöflichen Förderschule für Geistige Entwicklung. Er beschreibt Einblicke und Einsichten aus der Arbeit mit Schülerinnen und Schülern:

 

 

Wir feiern einen Pfingstgottesdienst an der Papst-Johannes-Schule. Dieses Mal haben wir uns entschlossen, dazu nicht in die Kirche zu gehen, sondern vor Ort zu bleiben und die Pausenhalle als Gottesdienstort zu nutzen. Denn die kann man mit den entsprechenden Vorhängen und Rollos besser abdunkeln und verschließen.

So wollen wir versuchen, die Situation der Jünger Jesu nach seinem Tod für die Schülerinnen und Schüler mit einer geistigen Behinderung anschaulich zu machen: Wie sie sich aus Angst und Resignation zurückgezogen, ja verkrochen und eingeschlossen hatten: verzweifelt und hoffnungslos.

 

Für manche der Kinder und Jugendlichen ist die Brisanz der Situation zum Greifen nahe: Sie fühlen sich schnell unbehaglich in der dunklen Atmosphäre: Was ist da los? Was wird jetzt passieren? Sie ahnen das Gefühlschaos der Jünger, ja spüren deren Nöte am eigenen Leib.

 

Die Begeisterung steckt an

Da fängt ein leises Glockenspiel an zu klingen. Ein Ventilator wird angeschaltet und sorgt für frische Luft. Mit dem "Ocean-drum" erzeugen wir ein harmonisches Rauschen: Zeichen des Heiligen Geistes, der damals auf die Jüngerinnen und Jünger herabkam. Als wir dann auch noch die Vorhänge aufreißen und alles endlich wieder hell wird,  springt eins der Kinder spontan auf und ruft über alle Köpfe hinweg: "Jesus lebt!"

 

Die Begeisterung über diese Botschaft steckt an, alle beginnen zu klatschen und zu jubeln und ich spüre, dass ich Pfingsten nie intensiver erlebt habe als an diesem Frühlingsmorgen im Jahr 2017.